Der Feldhase ist der grösste der etwa 40 Hasen- und Kaninchenarten der Erde. Er ist in Europa ausser dem Norden und dem Osten überall in der offenen Landschaft anzutreffen, in geschlossenen Waldgebieten fehlt er. Vom heute in Europa ebenfalls weit verbreiteten Wildkaninchen unterscheidet er sich durch seine Grösse, durch längere Ohren und Hinterbeine, durch einen schlankeren Kopf und schwarze Ohrspitzen. Ausserdem lebt der Hase niemals in Erdbauen, bringt seine Jungen behaart und sehend zur Weit und betreut sie in einer oberirdischen Sasse. Der Hase ist vorwiegend dämmerungsaktiv, geht morgens und abends zum Fressen und ruht tagsüber. Seine Nahrung ist sehr vielfältig, ausser vielen Pflanzen nimmt er gelegentlich auch einige Kleintiere zu sich. Er kann sehr schnell laufen und bei höchster Geschwindigkeit noch Haken schlagen, um einen Verfolger abzuschütteln. Gelingt es ihm nicht mehr, einem Adler zu entfliehen, wendet er sich dem angreifenden Greifvogel zu und springt kurz vor dem Zusammenprall in die Höhe, wodurch der Adler unter ihm hindurchsaust und ihn verfehlt. Hasen sind als beliebtes Jagdwild in vielen Ländern der Erde ausgesetzt worden und leben so heute auch in den USA und Kanada, in Südamerika, in Australien und Neuseeland sowie auf vielen Inseln.