Hier sind in zwei Vitrinen die Wasservögel ausgestellt, rechts aus der Sicht des Systematikers, links mehr nach Lebensräumen.
Rechts also haben sich einzelne Familien und Ordnungen der Wasservögel auf Holztreppen zu einem Gruppenbild plaziert. Nicht nur der kokette Kampfläufer links vorn mit seiner höchst sonderbaren Halskrause, auch die Taucher auf der linken Seite erscheinen in ihrem Schlichtkleid ganz hübsch, vor allem besticht das Blendendweiss von Brust und Bauch. Die einheimischen Taucher (unsere Lappentaucher) sind vollzählig erschienen. Von den Seetauchern, die im Norden brüten, wird eine Art vorgestellt, der Sterntaucher.
In der Mitte der Vitrine zeigen sich, hintereinander aufsteigend: die Enten, je eine Gründel-, eine Tauch- und eine Meerente, dann ihre nahen Verwandten, die Säger, weiter darüber die Möwen und ganz zuoberst, segelnd, deren nächste Verwandten, die Seeschwalben. Auf der rechten Seite stehen die Schreitvögel, an ihren langen Beinen und Schnäbeln leicht zu erkennen: Schwarz- und Weissstorch, verschiedene Reiherarten, die Rohrdommel. Zu ihnen haben sich Flamingo und Kranich gesellt, die den Schreitvögeln freilich nur äusserlich nahestehen.
Im Vordergrund der Vitrine schliesslich sehen wir, bodeneben aufgestellt, die kleineren Vögel der Feuchtgebiete, so vor allem die Limikolen und die Rallen. Der Name Limikolen (von lat. limus: Schlamm und colere: bewohnen) hat sich durchgesetzt gegenüber andern Bezeichnungen wie Watvögel. Die Limikolen leben - abgesehen von einigen Ausnahmen (z.B. Waldschnepfen) - am Ufer von Binnengewässern, an Küsten und in Sumpfgebieten. Zu ihnen gehören die Kiebitze mit ihrem Federschopf, die Regenpfeifer, die Schnepfen mit ihren langen Schnäbeln (ganz rechts). Eine andere Gruppe bilden die Rallen. Gut bekannt unter ihnen sind Blässhuhn und Teichhuhn, weniger bekannt dagegen Wachtelkönig, Tüpfelsumpfhuhn und Wasserralle. Zum Schluss sei noch vermerkt, dass die Mehrzahl der Vögel in dieser Vitrine zu den Nestflüchtern zählt: Beim Schlüpfen tragen sie schon ein Daunenkleid, haben offene Augen und sind schon bald imstande zu gehen, zu schwimmen und ihren Eltern zu folgen. Störche, Reiher, Eisvogel, Wasseramsel dagegen sind Nesthocker.
Anders geben sich die Wasservögel in der Vitrine gegenüber: etwas naturnaher, lebhafter. Sie stehen da nicht in Reih' und Glied. Freilich war es nicht möglich und auch nicht angestrebt, einzelne Biotope für sich, erst recht nicht naturalistisch, aufzubauen. Doch vermag das Diorama einen recht guten Eindruck zu vermitteln vom vielfältigen und bewegten Leben der Vögel am und im Wasser. In der Mitte der Vitrine wird ein kleiner Teich angedeutet. Auf ihm schwimmen einige Enten und ein Haubentaucher; sein Lebensraum ist ja das offene Wasser: Hier jagt er, brütet er, schläft er. Im Vordergrund rechts und links sitzen Teichrohrsänger und Drosselrohrsänger bei ihren an Schilfstengeln aufgehängten Nestern. Fliegend montiert sind eine Sturmmöwe und eine Silbermöwe; fast meint man, sie kreischen zu hören. Auf verschiedenen Pfosten, die an Pfähle an einem Seeufer gemahnen, haben sich andere Wasservögel aufgebaumt, so eine Trauerseeschwalbe, eine Dreizehenmöwe, ein Kormoran und ein Schwarzmilan.
Den Hintergrund bildet das Grossfoto einer Schilflandschaft; die grobkörnige, weiche Reproduktion erweckt die Stimmung eines nebligen Novembermorgens. Und das passt sehr gut, werden doch viele Wasservögel gezeigt, die nur als Wintergäste oder als Durchzügler bei uns erscheinen. Ihre Namensschildchen sind mit einem blauen Farbpunkt markiert. So finden wir hier Prachttaucher, Eistaucher, Saatgans, Blässgans, Steinwälzer.
Eindeutig aber herrschen die Enten vor: Volle zehn Arten kann man entdecken. So zieht im Vordergrund eine Eiderenten-Familie die Aufmerksamkeit auf sich - schon durch ihre Grösse, es sind ja die schwersten Enten. Jedermann erkennt die Stockenten-Famlie. Aber auch von anderen Entenarten stehen Männchen und Weibchen nahe beisammen, lassen sich aber deutlich an ihrem Gefieder unterscheiden. Enten, nicht nur unsere Stockenten, leben ja vielfach in einer dauerhaften Paarbindung.
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