Das europäisch-asiatische Wildschwein kommt von der europäischen Atlantikküste durch ganz Asien bis Japan im Osten und Indonesien im Süden vor. Auch Nordwestafrika gehört zu seinem natürlichen Verbreitungsgebiet. Vom Menschen als Jagdwild eingeführt lebt es heute sogar in Teilen der USA und Argentiniens. Die grössten Wildschweine leben in den Karpathen und im Kaukasus, die kleinsten auf Sardinien. In ihrer jeweiligen Heimat treffen Wildschweine auf die unterschiedlichsten Feinde: meist Wolf und Braunbär, aber auch Tiger, Leopard und Krokodil. Bei den Auseinandersetzungen ist durchaus nicht immer das Wildschwein unterlegen. Die feste, über Schulter und Genick fast panzerartige Haut, die grossen, scharfen Eckzähne (Hauer), die Kraft und Wendigkeit sowie die Gemeinsamkeit beim Verteidigungskampf befähigen die Wildschweine zu oft erfolgreicher Abwehr, manchmal sogar zum Verwunden oder Töten ihrer Gegner. Wildschweine leben meist in Gruppen (Rotten) von 5 bis 15 Tieren zusammen. Grosse Männchen (Keiler) leben gewöhnlich allein, aber in der Nähe der Gruppe. Einmal im Jahr bekommt das Weibchen (Bache) bis zu 10 längsgestreifte Junge (Frischlinge). Schon vom ersten Tag an spielen Rangeleien und Kampfübungen eine grosse Rolle in ihrem Leben. Wildschweine bevorzugen das Laubwaldgebiet, kommen aber auch in Schilf- und Grasdschungeln vor. Zur Körperpflege nehmen sie am liebsten täglich ein Schlammbad in einer Suhle. Ihre Nahrung besteht nicht nur aus Pflanzlichem, wie Samen, Früchten, Knollen, Zwiebeln, Wurzeln, Kräutern, sondern auch aus Insektenlarven, Regenwürmern, Mäusen, Jungvögeln und Eiern.